In den Jahren 2016, 2017 und 2019 organisierte das Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft der Universität Fribourg Studienreisen zur anglikanischen Kirche in London. Fester Bestandteil dieser Reisen war jeweils der Besuch des St. Mellitus College in London. Dieses College wurde im Jahr 2010 gegründet und zählt heute zu den bedeutendsten Ausbildungsstätten der anglikanischen Kirche. Die Erfahrung am College hat fünf Personen aus der Schweiz motiviert, hier ein theologisches Ausbildungsinstitut zu gründen, an dem nach denselben Prinzipien Theologie studiert werden kann wie im St. Mellitus College, indem akademische Theologie mit der Tätigkeit in einer Gemeinde, liturgischem Leben am Institut und eigener geistlicher Praxis verbunden wird.
Im November 2019 haben diese fünf Personen den Verein Institut im Reusshaus gegründet und gemeinsam eine Steuerungsgruppe gebildet: Ruedi Beck (Pfarrer Hofkirche Luzern), Sabine Brändlin (reformierte Pfarrerin), Walter Dürr (Direktor Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft Universität Friborug), Urban Federer (Abt Kloster Einsiedeln) und Christian Hennecke (Generalvikariatsrat Bistum Hildesheim). Martin Schmidt (Kirchenratspräsident der evang.-ref. Kirche St. Gallen) berät und begleitet das Institut hinsichtlich der Vernetzung in der reformierten Kirche. Abt Urban Federer nimmt diese Aufgabe in der katholischen Kirche wahr. Im Januar 2020 hat der Vorstand des Vereins seine Tätigkeit aufgenommen.
Im März 2022 hat der Vorstand entschieden, das Institut im Reusshaus neu «Reuss-Institut» zu nennen.
Seit dem Jahr 2021 ist das Reuss-Institut von eduQua zertifiziert. Im Jahr 2022 konnte eine Affiliation mit dem St Mellitus College in London abgeschlossen werden. Im Jahr 2023 hat das Institut einen neuen Arbeitsbereich eröffnet: Die Prozessbegleitung für Gruppen und Gemeinden (Link). Seit dem Jahr 2025 hat das Reuss-Institut eine Partnerschaft mit dem St Gregory Centre for Church Multiplication CCX.
Das Reuss-Institut verbindet ein Studium auf akademischem Niveau mit der Tätigkeit in der kirchlichen Praxis und dem eigenen Glauben. Das Institut vermittelt die Kenntnisse, um kirchliche Gemeinschaft in der heutigen Situation zu stärken und zu fördern. Grundlegend dafür ist das Verständnis einer geistlichen Gemeindebildung, die vom Wirken Gottes ausgeht und unsere Mitarbeit darauf auszurichten sucht.
Das Miteinander soll geprägt sein von der Wertschätzung aller Menschen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft und sexuellen Orientierung. Der Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen ist Grundlage der Prävention von Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen. Das Institut soll ein Ort des Lernens aller sein. Dazu gehört die Offenheit und Wertschätzung für unterschiedliche Glaubenswege und theologische Ausrichtungen und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.